SAP KI einführen: Erst die Menschen, dann die Technologie

Auf Basis seiner langjährigen SAP-Erfahrung zeigt Thomas in seinem neuen Artikel, warum bei der Einführung von KI der Mensch im Mittelpunkt stehen muss. Er gibt zudem praxisnahe Tipps, wie Unternehmen KI erfolgreich mit SAP Joule implementieren können.

Künstliche Intelligenz ist in aller Munde – egal, ob wir von SAP KI (Joule), ChatGPT oder anderen KI-Werkzeugen sprechen. Das Potenzial ist enorm, und die Grenzen existieren oft eher in unseren Köpfen als in der Technologie.

In den letzten Monaten war ich auf zahlreichen Veranstaltungen – SAP und non-SAP – und es zeichnen sich immer wieder die gleichen Muster ab, wenn es um KI im Unternehmenskontext geht.

Unklarer Einsatzzweck im Unternehmen

Die Use Cases sind häufig nicht klar definiert. Viele kennen ChatGPT aus dem privaten Alltag. Diese Erfahrung auf den beruflichen Kontext zu übertragen, ist jedoch nicht trivial. Themen wie Datenschutz und Privatsphäre verstärken die Unsicherheit zusätzlich.

Typische Fragen lauten:

  • Wo kann KI wirklich helfen?

  • Welche manuellen Tätigkeiten können schneller und qualitativ hochwertiger erledigt werden?

  • Sollen Mitarbeitende „frei“ experimentieren dürfen oder braucht es klare Regeln?

Ein ungezügelter „laissez-faire“-Ansatz birgt das Risiko,

  • dass sensible Unternehmensdaten das Haus verlassen,

  • dass Ergebnisse nicht mehr kritisch hinterfragt werden,

  • und dass Mitarbeitende abstumpfen und Fehlentwicklungen entstehen, die schwer zu korrigieren sind.

Deshalb braucht es ein einfaches, aber klares Regelwerk, das Verantwortlichkeiten zwischen KI und Mensch definiert. Zum Beispiel:

  • In Teilprozess A unterstützt die KI, das Ergebnis wird durch Mitarbeiter B geprüft und ggf. angepasst.

  • In Prozess B darf KI durchgängig genutzt werden, es erfolgt eine stichprobenartige Kontrolle.

So oder ähnlich können Nutzungsregeln aussehen.

Wie SAP Joule den Einstieg erleichtert

SAP hat dieses Thema in Joule bereits gut aufgegriffen: Die SAP-eigene KI bietet klar strukturierte Nutzungsszenarien. Mitarbeitende müssen sich nicht überlegen, was sie grundsätzlich mit KI tun könnten, sondern wählen ein passendes Szenario aus, um schneller und sicherer zu arbeiten.
Ein weiterer Vorteil: Es gibt weit über 100 dieser Szenarien, die für Cloud-ERP-Kunden kostenfrei verfügbar sind. SAP Joule soll ein „Arbeitsbegleiter“ werden, der:

  • einfache Fragen beantwortet,

  • durch den Dschungel der SAP-Masken navigiert,

  • und einfache Änderungen an Daten durchführt.

Schauen wir uns das an einem konkreten Beispiel an: der Navigation in SAP S/4HANA Cloud Public Edition. Die Zeiten, in denen wir uns mit Transaktionscodes durch Masken hangeln mussten, sind vorbei. Das KI-gestützte Suchfeld erlaubt die Navigation in natürlicher Sprache. Kryptische Codes und abstrakte Bezeichnungen verlieren an Bedeutung.

Beispiel:

„Zeige mir alle Kundenaufträge mit einem Nettowert größer 5000 Euro.“

Statt erst eine Transaktion zu suchen und Filter zu setzen, erhalten Sie direkt eine passende Liste. Das führt zu:

  • schnellerem und intuitiverem Zugriff auf Daten,

  • höherer Benutzerzufriedenheit,

  • weniger Schulungsaufwand,

  • und Entlastung von Key Usern und First-Level-Support.

Das Setzen von Filtern in großen Listen funktioniert ebenfalls per natürlicher Spracheingabe. Studien von SAP zeigen hier:

  • bis zu 50 % Zeitersparnis bei der Suche nach Businessobjekten,

  • bis zu 83 % höhere Arbeitsgeschwindigkeit beim Filtern,

  • mehr Sicherheit für neue Benutzer.

Ähnlich komfortabel sind Änderungen an Daten. Die Anpassung eines Datums erfolgt z. B. mit:
„Aktualisiere das Lieferdatum auf den 05. Juli 2026.“
Der Benutzer muss sich nicht um das Eingabeformat kümmern, Fehler werden reduziert, die Datenqualität steigt.

Mit SAP Joule gehören kryptische Transaktionscodes und überladene Eingabemasken der Vergangenheit an. Wir klicken weniger, wir fragen mehr – und erhalten direkt eine Aktion mit konkretem Ergebnis. Dieses neue Bediengefühl kommt einer kleinen User-Experience-Revolution gleich: Tabellen, Masken und Prozesse werden verständlicher, weil Joule als digitaler Assistent den Benutzer gezielt durch die Anwendung führt und unterstützt.

KI ist gekommen, um zu bleiben – aber wie führt man sie ein?

Der Satz „KI ist gekommen, um zu bleiben“ ist inzwischen ein Standard. Die wichtigere Frage lautet: Wie führen wir KI so ein, dass sie akzeptiert, verstanden und sinnvoll genutzt wird – statt Angst und Widerstand zu erzeugen?

Aus unserer Sicht sind einige Grundprinzipien entscheidend:

  • Immer im Rahmen eines Projekts einführen
    Keine heimliche oder „nebenbei“ eingeführte Technologie
  • Immer mit einem Regelwerk
    Kein Freifahrtschein für Mitarbeitende, sondern klare Spielregeln für Nutzung und Verantwortung
  • Immer mit transparenten Zielen
    Mitarbeitende müssen wissen, warum KI eingeführt wird und welche Ziele das Unternehmen verfolgt
  • Immer mit messbaren KPIs
    Erfolg der KI-Nutzung muss anhand definierter Kennzahlen bewertet werden können.
  • Immer mit regelmäßigen Mitarbeiterbefragungen, 
    Um Ängste, Missverständnisse und innere Kündigungen früh zu erkennen
  • Nur mit einem durchdachten Change-Management-Konzept
    Technologieeinführung ist immer auch Kulturwandel.

Rolle von Governance und Change Management

Zur Umsetzung dieser Empfehlungen braucht es ein Projektteam, das gemeinsam mit Geschäftsführung und – sofern vorhanden – Betriebsrat ein Regelwerk erarbeitet. Dieses sollte:

  • Mitarbeitenden klar vermitteln, wo KI bedenkenlos eingesetzt werden kann,
  • definieren, welche Daten nicht oder nur anonymisiert verwendet werden sollten,
  • festlegen, wer KI-Ergebnisse prüft und wie die Qualitätskontrolle erfolgt.

Gerade in der heutigen frühen Phase der KI-Nutzung ist Qualitätskontrolle unverzichtbar. Am Ende tragen Menschen die Verantwortung für Entscheidungen – nicht Systeme.

Ebenso wichtig ist die Ehrlichkeit bei den Unternehmenszielen:

  • Geht es um Wettbewerbsfähigkeit?
  • Um das Vermeiden zusätzlicher Einstellungen?
  • Oder ganz konkret um den Abbau von Stellen?

Mitarbeitende werden sich mittelfristig ohnehin ein eigenes Bild machen – entweder basierend auf Fakten oder auf Gerüchten. Offene Kommunikation reduziert Spekulation und Misstrauen.

Akzeptanz messen – mit Hilfe von KI

Es mag paradox klingen, aber KI kann auch helfen, die eigene Akzeptanz zu messen:
Zum Beispiel durch Kennzahlen wie:

  • Welcher Prozentsatz der Rechnungen wird mit KI geprüft?
  • Wie oft werden bestimmte Szenarien (z. B. Navigation, Übersetzung, Dokumentenzusammenfassung) genutzt?

Solche KPIs zeigen:

  • Wie hoch die tatsächliche Nutzung ist,
  • ob Ängste oder Vorbehalte existieren,
  • und ob die Kommunikationsstrategie verstanden und akzeptiert wurde.

Hohe Nutzung und positives Feedback sind ein Indikator für einen realen Effizienzgewinn. Geringe Nutzung trotz „technischer Verfügbarkeit“ ist ein klares Change-Management-Signal.

832x348_Picture_1

LeverX verfügt über langjährige Erfahrung im Organizational Change Management und hat ein eigenes OCM-Konzept entwickelt, das sich speziell für die Einführung von KI-Lösungen – inklusive SAP Joule – eignet.

Wenn Sie jetzt das Gefühl haben: „Da steckt viel Potenzial drin – aber wo fangen wir an?“ – genau dafür haben wir unseren SAP AI Discovery Workshop geschaffen.
In diesem kostenfreien Format schauen wir gemeinsam auf Ihre Situation und beantworten ganz konkret:

  • Welche kostenfreien SAP-KI-Funktionen (Joule Base) machen für Ihr Unternehmen Sinn?

  • Wo liegen realistische Mehrwerte – in Zeit, Qualität und Entlastung?

  • Was kostet der Einsatz von Premium-KI-Funktionen wirklich – und wo lohnt sich das Investment?

  • Und vor allem: Wie führen Sie SAP KI so ein, dass Akzeptanz entsteht – statt Angst und Widerstand?

Der Workshop ist unverbindlich, kompakt und praxisnah – kein Marketing-Vortrag, sondern ein strukturierter Deep Dive mit klaren Ergebnissen und nächsten Schritten.

Wenn Sie SAP KI nicht nur „spannend“, sondern nutzbar machen wollen:
Melden Sie sich gerne bei uns für einen kostenfreien SAP AI Discovery Workshop.

 

https://leverx.com/de/newsroom/sap-ki-enfuhren
Don't miss out on valuable insights and trends from the tech world
Subscribe to our newsletter.

Body-1