Brownfield vs. Greenfield: Welche S/4HANA Migrationsstrategie ist die richtige?

In diesem Artikel teilen wir einige Erkenntnisse darüber, welcher Ansatz für die S/4HANA-Migration besser ist. 

Brownfield vs. Greenfield: Wie wählt man ein erfolgreiches SAP S/4HANA-Migrationsszenario?

Mit dem Wartungsende von SAP ECC im Jahr 2027 steigt der Handlungsdruck für Unternehmen deutlich. Die Migration auf SAP S/4HANA ist für viele Organisationen keine Option mehr, sondern eine strategische Notwendigkeit.

Doch noch bevor das eigentliche Projekt startet, steht eine zentrale Entscheidung an:

Soll die S/4HANA Migration als Brownfield (System Conversion) oder als Greenfield (Neuimplementierung) erfolgen?

Die gewählte Migrationsstrategie beeinflusst:

  • Projektdauer und Budget
  • Prozessveränderungen
  • Umgang mit bestehendem Custom Code
  • Transformationspotenzial
  • Langfristige Innovationsfähigkeit

Eine falsche Wahl kann technische Schulden verlängern oder unnötige Komplexität konservieren. Eine fundierte Entscheidung hingegen schafft die Grundlage für eine nachhaltige ERP-Transformation.

In diesem Leitfaden vergleichen wir Brownfield und Greenfield strukturiert, zeigen typische Einsatzszenarien auf und unterstützen Sie bei der Auswahl der passenden SAP S/4HANA Migrationsstrategie.

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Foto: Dzmitry Shupayeu, der leitende Projektmanager von LeverX SAP Activate

Brownfield-Ansatz bei SAP S/4HANA: System Conversion

Der Brownfield-Ansatz – häufig auch als System Conversion bezeichnet – beschreibt die technische Migration eines bestehenden SAP ECC-Systems auf SAP S/4HANA. Dabei wird das vorhandene System inklusive Stammdaten, Bewegungsdaten, Konfigurationen und – in vielen Fällen – Custom Code in die neue Systemumgebung überführt.

Im Gegensatz zur Neuimplementierung bleibt die bestehende Prozesslandschaft weitgehend erhalten.

Kerneigenschaften des Brownfield-Ansatzes

  • Technische Conversion des bestehenden Systems
  • Übernahme historischer Daten
  • Bestehende Organisationsstruktur bleibt bestehen
  • Custom Code wird analysiert und angepasst
  • Kürzere Projektlaufzeit im Vergleich zu Greenfield

Der Fokus liegt primär auf der Systemmodernisierung, nicht auf einer vollständigen Prozessneugestaltung.

Vorteile von Brownfield

  • Geringerer organisatorischer Veränderungsaufwand
  • Schnellere Projektumsetzung
  • Kontinuität der bestehenden Geschäftsprozesse
  • Reduzierter Schulungsbedarf
  • Geringeres Risiko für operative Unterbrechungen

Besonders Unternehmen mit stabilen, gut funktionierenden Prozessen profitieren von diesem Ansatz.

Typische Herausforderungen

  • Übernahme technischer Altlasten
  • Weiterbestehende Prozesskomplexität
  • Hoher Anpassungsbedarf bei Custom Code
  • Begrenztes Transformationspotenzial
  • Verpasste Chance zur Prozessharmonisierung

Wenn bestehende Prozesse ineffizient oder stark individualisiert sind, kann der Brownfield-Ansatz langfristig Einschränkungen verursachen.

Wann ist Brownfield sinnvoll?

Der Ansatz eignet sich besonders für Unternehmen, die:

  • Eine stabile SAP ECC-Landschaft betreiben
  • Geringe Prozessveränderungen planen
  • Eine schnelle Migration anstreben
  • Komplexe internationale Rollouts vermeiden möchten
  • Einen schrittweisen Transformationspfad bevorzugen

In solchen Szenarien ermöglicht Brownfield eine kontrollierte, risikoarme Migration auf SAP S/4HANA.

Brownfield-Ansatz: Beispiel eines großen internationalen Einzelhändlers

Das LeverX-Team von Spezialisten hat zwei Projekte im Rahmen der Brownfield-Migration des Kunden umgesetzt.

Erstes Projekt:

Folgende Aufgaben wurden durchgeführt:

  • Datenmigration
  • Einrichtung von SAP S/4HANA
  • Übertragung der Cash-Management-Liquiditätsplaner-Funktionalität von SAP ECC nach SAP S/4HANA

Der Cash Management Liquidity Planner unterstützt die Nachverfolgung der Liquiditätsströme eines Unternehmens. Das System ermöglicht Echtzeit-Berechnungen, wodurch Entscheidungen zur Verteilung der Liquiditätsströme beschleunigt werden. Diese können nun dank Cashflow-Berichten in SAP Fiori nachverfolgt und analysiert werden.

Zusätzlich unterstützte das LeverX-Team die Optimierung des Reportings im Bereich Beschaffung nach den EU-Vorgaben.

Zweites Projekt:

Das aktuell laufende zweite Projekt umfasst die Einrichtung des SAP Recipe Development-Moduls – einer Lösung für Produkt-, Formulierungs-, Rezept- und Etikettenentwicklung.

Die Aufgabe des LeverX-Teams bestand darin, eine durchgängige Kette von Geschäftsprozessen sicherzustellen – von der Entwicklung, Abstimmung und Genehmigung eines Rezepts bis hin zu dessen Umsetzung in der Produktion.

Leistungssteigerung mit SAP S/4HANA und SAP BTP durch die Brownfield-Methode

Als ein Unternehmen mit Herausforderungen bei der Wartung und Optimierung seines SAP S/4HANA-Systems konfrontiert war, entschied es sich, die Performance zu verbessern, um Update-Unterbrechungen zu minimieren und interne Geschäftsprozesse zu optimieren.

Bisher entwickelte Erweiterungen und individuelle Anwendungen entsprachen nicht dem "Clean Core"-Prinzip. Dies führte zu höheren Update-Kosten und einer erschwerten Systemwartung. Diese technische Schuld verursachte Probleme wie mangelhafte Codequalität und Schwierigkeiten bei der Umstellung auf neue S/4HANA-Versionen.

Mit dem Brownfield-Ansatz konzentrierten wir uns darauf, das bestehende System zu optimieren, anstatt es vollständig zu ersetzen. Ziel war es, individuelle Anpassungen beizubehalten und gleichzeitig die Veränderungen während der Migration zu minimieren.

Umsetzungsschritte

  • Infrastrukturanalyse: Unsere Experten bewerteten die bestehende SAP-Architektur und kundenspezifische ABAP-Anwendungen, um Optimierungspotenziale zu identifizieren.
  • SAP BTP-Integration: Durch die Nutzung der SAP Business Technology Platform (BTP) modernisierten wir ABAP-Programme, reduzierten Individualentwicklungen und steigerten die Systemleistung.
  • Risikoarme Transformation: Die Modernisierung bewahrte bestehende Daten, verbesserte die Codequalität und senkte Wartungskosten ohne größere Unterbrechungen.
  • Schulungen und Workshops: Mitarbeiterschulungen zur Nutzung von SAP BTP unterstützten das Verständnis, wie die Plattform zur Transformation beiträgt.

Ergebnisse

  • Reduzierte Wartungskosten dank optimierten Codes
  • Höhere Flexibilität und Skalierbarkeit durch die Cloud-Architektur von SAP BTP
  • Minimierte Ausfallzeiten durch gründliche Vorbereitung und reibungslose Updates

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Greenfield-Ansatz bei SAP S/4HANA: Neuimplementierung mit Transformationsfokus

Der Greenfield-Ansatz beschreibt eine vollständige Neuimplementierung von SAP S/4HANA. Anstatt das bestehende SAP ECC-System technisch zu konvertieren, wird eine neue ERP-Landschaft von Grund auf aufgebaut.

Dabei werden Prozesse neu definiert, Organisationsstrukturen überprüft und technische Altlasten bewusst hinterfragt.

Im Mittelpunkt steht nicht nur die Migration, sondern die unternehmerische Transformation.

Kerneigenschaften des Greenfield-Ansatzes

  • Aufbau eines neuen SAP S/4HANA Systems
  • Nutzung von SAP Best-Practice-Prozessen
  • Neugestaltung von Geschäftsprozessen
  • Reduzierung oder Eliminierung von Custom Code
  • Einführung eines Clean-Core-Ansatzes

Der Fokus liegt auf Modernisierung und Harmonisierung – nicht auf der reinen Systemumstellung.

Vorteile von Greenfield

  • Maximales Transformationspotenzial
  • Harmonisierung globaler Prozesse
  • Reduzierung technischer Schulden
  • Optimierte Systemarchitektur
  • Bessere Vorbereitung auf Cloud-Strategien
  • Zukunftssichere ERP-Landschaft

Unternehmen mit fragmentierten Systemen oder stark gewachsenen Sonderlösungen profitieren besonders von diesem Ansatz.

Typische Herausforderungen

  • Höherer organisatorischer Veränderungsaufwand
  • Längere Projektlaufzeit
  • Intensiveres Change Management erforderlich
  • Größerer Schulungsbedarf
  • Höhere Anfangsinvestition

Greenfield ist kein reines IT-Projekt, sondern ein unternehmensweites Transformationsvorhaben.

Wann ist Greenfield sinnvoll?

Der Ansatz eignet sich besonders für Unternehmen, die:

  • Komplexe oder stark individualisierte ECC-Systeme betreiben
  • Prozesse international harmonisieren möchten
  • M&A-Integration planen
  • Technische Schulden abbauen wollen
  • Eine Cloud-First-Strategie verfolgen

In diesen Szenarien bietet Greenfield die Chance, nicht nur das System zu modernisieren, sondern das Geschäftsmodell strategisch weiterzuentwickeln.

Greenfield-Ansatz: Beispiel eines Produktionsunternehmens

Ein Kunde erkannte, dass seine bestehenden Unternehmensverwaltungs- und Buchhaltungslösungen nicht mehr den aktuellen Geschäftsanforderungen entsprachen und viele Probleme nicht lösten, darunter:

  • Fehlende Prozessdetails
  • Kein automatisiertes Kontrollsystem
  • Hoher manueller Aufwand für Datenerfassung und -verarbeitung
  • Ineffizientes Materialmanagement
  • Menschliche Fehler

“LeverX entschied sich für SAP S/4HANA, um diese Herausforderungen zu bewältigen. Unsere Experten haben das System bereits im Unternehmen implementiert und lokalisiert und arbeiten nun an einer Vorlage für die Einführung in den Unternehmensniederlassungen.”

Im Rahmen des Projekts wurde das SAP Financial Accounting (FI)-Modul integriert, um die Buchhaltungsfunktionen national und international effizient zu verwalten. Die steuerliche Lokalisierung wurde gemäß den gesetzlichen Vorgaben des Unternehmenssitzes umgesetzt, und es wurde eine einheitliche Finanzberichterstattung für alle Niederlassungen geschaffen.

Zusätzlich wurde das SAP Plant Maintenance (PM)-Modul implementiert, wodurch das Unternehmen von reaktiver Wartung zu präventiver Instandhaltung überging. Die Integration mit SAP Sales and Distribution (SD) und SAP Materials Management (MM) sorgt für einen reibungslosen Informationsfluss über Materialbewegungen und pünktliche Bestellungen.

Brownfield oder Greenfield? Der direkte Vergleich

Die Wahl zwischen Brownfield und Greenfield hängt stark von Ihrer bestehenden Systemlandschaft, Ihren Transformationszielen und Ihrem Zeitrahmen ab.

Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Unterschiede im direkten Vergleich:

Vergleich: Brownfield vs. Greenfield bei SAP S/4HANA

Kriterium Brownfield (System Conversion) Greenfield (Neuimplementierung)
Zielsetzung Technische Modernisierung Strategische Transformation
Bestehende Prozesse Weitgehend unverändert Neu gestaltet & harmonisiert
Custom Code Wird analysiert & angepasst Wird reduziert oder neu bewertet
Projektdauer Kürzer Länger
Organisatorischer Aufwand Gering bis moderat Hoch
Transformationspotenzial Begrenzt Sehr hoch
Datenmigration Vollständige Übernahme historischer Daten Selektive oder neue Datenstruktur
Risiko Technisch kalkulierbar Organisatorisch anspruchsvoller
Change Management Moderat Intensiv erforderlich
Cloud-Strategie Optional Optimal integrierbar

Strategische Einordnung

  • Brownfield eignet sich, wenn Stabilität und Geschwindigkeit im Vordergrund stehen.
  • Greenfield ist sinnvoll, wenn Prozesse neu gedacht und global harmonisiert werden sollen.

Die richtige S/4HANA Migrationsstrategie hängt nicht von der Technologie allein ab, sondern von Ihren langfristigen Unternehmenszielen.

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Selective Data Transition: Der hybride Migrationsansatz

Neben Brownfield und Greenfield hat sich in den letzten Jahren ein dritter Ansatz etabliert: Selective Data Transition (SDT).

Dieser hybride Ansatz kombiniert Elemente aus beiden Strategien.

Statt das gesamte System zu konvertieren oder komplett neu aufzusetzen, werden:

  • Ausgewählte Daten übernommen
  • Prozesse gezielt neu gestaltet
  • Organisationsstrukturen harmonisiert
  • Historische Daten selektiv migriert

So entsteht eine kontrollierte Transformation mit reduziertem Risiko.

Wie funktioniert Selective Data Transition?

Beim hybriden Ansatz wird:

  • Ein neues SAP S/4HANA System aufgebaut
  • Nur relevante Stamm- und Bewegungsdaten migriert
  • Nicht mehr benötigter Custom Code bereinigt
  • Historische Daten optional archiviert

Unternehmen profitieren von einer sauberen Zielarchitektur, ohne vollständig bei null zu starten.

Vorteile des hybriden Ansatzes

  • Kombination aus Stabilität und Innovation
  • Reduzierung technischer Altlasten
  • Flexiblere Datenmigration
  • Bessere Kontrolle über Projektumfang
  • Besonders geeignet bei M&A oder Systemkonsolidierungen

Wann ist SDT sinnvoll?

Selective Data Transition eignet sich besonders für Unternehmen mit:

  • Mehreren SAP-Systemen
  • Unterschiedlichen Ländergesellschaften
  • Stark gewachsenen Strukturen
  • Notwendigkeit zur Prozessharmonisierung

In komplexen Konzernstrukturen kann dieser Ansatz ein strategischer Mittelweg sein.

Beispiel 1: Bluefield-Migration bei einem internationalen Agrar- und Maschinenhändler

Ein internationaler John-Deere-Vertriebspartner entschied sich für eine Bluefield-Migration auf SAP S/4HANA, um:

  • Bewährte Vertriebs- und After-Sales-Prozesse zu erhalten
  • Gleichzeitig neue Analyse- und Automatisierungsfunktionen einzuführen
  • Die Systemwartungskosten zu reduzieren

Umsetzung

  • Analyse der „As-Is“- und „To-Be“-Prozesse
  • Datenbereinigung und Harmonisierung
  • Selektive Migration zentraler Geschäftsbereiche
  • Schulungen für Endanwender

Projektdauer

8,5 Monate

Ergebnisse

  • Optimierte Beschaffungs- und Serviceprozesse
  • Reduzierte Systemkomplexität
  • Zukunftssichere ERP-Architektur über 2027 hinaus

Beispiel 2: Bluefield-Ansatz bei einem führenden Automobilhersteller

Ein globaler Automobilhersteller wollte seine fragmentierte IT-Landschaft konsolidieren, ohne die Produktion zu unterbrechen.

LeverX entschied sich für einen Bluefield-Ansatz, um:

  • Bestehende Produktionsprozesse zu erhalten
  • Gleichzeitig Logistik, Finanzen und Marketing zu modernisieren
  • Historische Daten selektiv zu migrieren

Maßnahmen

  • Zweiwöchige Analysephase der Kernprozesse
  • Integration von MES- und SAP S/4HANA-Systemen
  • Einführung von SAP EWM
  • Automatisierung von Finanz- und Planungsprozessen

Ergebnisse

  • 3 % kürzere Lagerhaltungsdauer
  • 4 % schnellere Produktionszyklen
  • 10 % weniger Materialverluste
  • 5 % höhere Liefergenauigkeit
  • 15 % gesteigerte Mitarbeiterzufriedenheit

Diese Beispiele zeigen: Bluefield ist besonders geeignet, wenn Modernisierung und operative Stabilität gleichzeitig gewährleistet werden müssen.

Welche S/4HANA Migrationsstrategie passt zu Ihrem Unternehmen?

Die Wahl zwischen Brownfield, Greenfield oder Selective Data Transition sollte nicht ausschließlich technisch getroffen werden. Entscheidend sind Ihre Geschäftsziele, Ihre Systemhistorie und Ihr Transformationsanspruch.

Die folgenden Leitfragen helfen bei der strategischen Einordnung:

1. Wie stabil und effizient sind Ihre bestehenden Prozesse?

  • Sind Ihre SAP ECC-Prozesse etabliert und gut funktionierend? → Brownfield kann sinnvoll sein.
  • Sind Prozesse stark individualisiert oder ineffizient? → Greenfield oder Hybrid prüfen.

2. Wie hoch ist Ihr Transformationsdruck?

  • Fokus auf technische Modernisierung → Brownfield
  • Strategische Neuausrichtung oder Prozessharmonisierung → Greenfield
  • Konsolidierung mehrerer Systeme oder M&A-Integration → Hybrid-Ansatz

3. Wie komplex ist Ihre aktuelle Systemlandschaft?

  • Ein einzelnes, gut gepflegtes ECC-System → Brownfield realistisch
  • Mehrere Instanzen oder gewachsene Strukturen → Greenfield oder SDT

4. Welche Rolle spielt Ihre Cloud-Strategie?

  • On-Premise-Weiterbetrieb geplant → Brownfield möglich
  • Cloud-First-Strategie oder RISE-Transformation → Greenfield oft vorteilhaft

5. Wie viel Change Management ist realistisch?

  • Geringe organisatorische Veränderungsbereitschaft → Brownfield
  • Bereitschaft zur strukturellen Veränderung → Greenfield

Strategischer Hinweis

In der Praxis zeigt sich:
Die technisch einfachste Lösung ist nicht immer die langfristig wirtschaftlichste.

Eine fundierte Voranalyse – inklusive Prozessbewertung, Custom-Code-Analyse und Datenqualität – ist entscheidend für die Wahl der richtigen S/4HANA Migrationsstrategie.

Risiken bei der Wahl der falschen Migrationsstrategie

Die Entscheidung zwischen Brownfield, Greenfield oder einem hybriden Ansatz beeinflusst nicht nur die Projektdauer, sondern auch die langfristige Wettbewerbsfähigkeit Ihres Unternehmens.

Eine unpassende Strategie kann zu strukturellen Problemen führen, die über Jahre hinweg Auswirkungen haben.

1. Konservierung technischer Schulden

Beim reinen Brownfield-Ansatz besteht die Gefahr, ineffiziente Prozesse oder übermäßigen Custom Code unverändert zu übernehmen.
Dadurch werden bestehende Komplexitäten lediglich in eine neue Systemgeneration übertragen.

2. Unterschätzter organisatorischer Aufwand

Greenfield-Projekte werden häufig technisch geplant, während der Change-Management-Aufwand unterschätzt wird.
Ohne klare Governance und Schulungskonzepte entstehen Widerstände und Produktivitätsverluste.

3. Datenqualitätsprobleme

Eine Migration ohne gründliche Datenanalyse kann dazu führen, dass fehlerhafte oder redundante Daten in das neue SAP S/4HANA System übernommen werden.

Dies erschwert spätere Prozessharmonisierung und Reporting.

4. Budget- und Zeitüberschreitungen

Unrealistische Projektplanung oder fehlende Voranalyse führen häufig zu:

  • Scope-Erweiterungen
  • Nachentwicklungen
  • Verzögerungen im Go-Live
  • Höheren Gesamtkosten

5. Verpasste Transformationschancen

Ein zu konservativer Ansatz kann Innovationspotenziale ungenutzt lassen.
Gerade im Hinblick auf Cloud-Integration, Automatisierung und Clean-Core-Strategien kann dies langfristig Wettbewerbsnachteile verursachen.

Fazit dieses Abschnitts

Die Wahl der richtigen S/4HANA Migrationsstrategie erfordert eine strukturierte Voranalyse – nicht nur eine technische Entscheidung.

Unternehmen, die frühzeitig ihre Prozesse, Systemarchitektur und Datenqualität bewerten, reduzieren Risiken und sichern langfristige Stabilität.

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Häufig gestellte Fragen zu Brownfield und Greenfield bei SAP S/4HANA

❓ Was ist besser: Brownfield oder Greenfield bei SAP S/4HANA?

Es gibt keine pauschal bessere Option. Brownfield eignet sich für Unternehmen mit stabilen Prozessen und dem Ziel einer schnellen Systemmodernisierung. Greenfield ist sinnvoll, wenn Prozesse neu gestaltet, technische Schulden reduziert und eine strategische Transformation angestrebt werden.

❓ Was bedeutet Brownfield bei einer SAP S/4HANA Migration?

Brownfield bezeichnet die technische System Conversion eines bestehenden SAP ECC-Systems auf SAP S/4HANA. Prozesse, Organisationsstrukturen und ein Großteil der Daten bleiben erhalten, während die technische Plattform modernisiert wird.

❓ Was bedeutet Greenfield bei SAP S/4HANA?

Greenfield beschreibt eine vollständige Neuimplementierung von SAP S/4HANA. Das System wird neu aufgebaut, Prozesse werden harmonisiert und bestehender Custom Code wird überprüft oder reduziert.

❓ Welche Migrationsstrategie ist günstiger?

Kurzfristig ist Brownfield meist kostengünstiger, da weniger Prozessveränderungen erforderlich sind. Langfristig kann Greenfield wirtschaftlicher sein, wenn dadurch ineffiziente Prozesse und technische Altlasten beseitigt werden.

❓ Wie lange dauert eine SAP S/4HANA Migration?

Die Projektdauer hängt von Systemkomplexität, Datenqualität und gewählter Strategie ab. Brownfield-Projekte sind in der Regel schneller umsetzbar als Greenfield-Transformationen.

❓ Muss die Migration vor 2027 abgeschlossen sein?

Mit dem Wartungsende von SAP ECC im Jahr 2027 steigt der Handlungsdruck erheblich. Unternehmen sollten frühzeitig mit Analyse und Planung beginnen, um Ressourcenengpässe und Projektrisiken zu vermeiden.

Strategie vor Technologie: So treffen Sie die richtige Entscheidung

Die Wahl zwischen Brownfield, Greenfield oder einem hybriden Ansatz sollte auf einer fundierten Analyse Ihrer Systemlandschaft, Prozesse und Transformationsziele basieren.

Eine strukturierte Vorstudie hilft dabei:

  • Technische Schulden zu identifizieren
  • Custom Code zu bewerten
  • Datenqualität zu prüfen
  • Prozessharmonisierungspotenziale aufzudecken
  • Projektumfang realistisch zu definieren

Gerade im Hinblick auf das SAP ECC Wartungsende 2027 ist eine frühzeitige Bewertung entscheidend, um Risiken zu minimieren und Ressourcenengpässe zu vermeiden.

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LeverX begleitet Unternehmen seit über 20 Jahren bei komplexen SAP Transformationen – von der strategischen Analyse über die Auswahl der passenden S/4HANA Migrationsstrategie bis zur technischen Umsetzung.

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