SAP Green Ledger vs. SAP Sustainability Footprint Management: Unterschiede, Integration und Einsatzbereiche

SAP Green Ledger oder SAP Sustainability Footprint Management? Erfahren Sie, wie sich die beiden Lösungen im Carbon Accounting unterscheiden, wie sie mit SAP S/4HANA zusammenarbeiten und wann sich ihr kombinierter Einsatz lohnt.

SAP Green Ledger oder SAP Sustainability Footprint Management – welche Lösung benötigen Unternehmen für ihre CO₂-Bilanzierung? Beide Anwendungen gehören zum SAP-Portfolio für Carbon Management, erfüllen jedoch unterschiedliche Aufgaben. Während die eine Lösung Treibhausgasemissionen berechnet, verbindet die andere Emissionsdaten mit der Finanzbuchhaltung.

Der Vergleich SAP Green Ledger vs. SAP Sustainability Footprint Management zeigt, wie sich die Funktionen unterscheiden, welche Rolle SAP S/4HANA dabei spielt und wann eine Kombination beider Lösungen sinnvoll ist. So können Unternehmen besser einschätzen, welche SAP-Architektur zu ihren Anforderungen an Carbon Accounting und Nachhaltigkeitsmanagement passt.

Was leisten SAP Green Ledger und SAP Sustainability Footprint Management?

Beide Lösungen unterstützen Unternehmen beim CO₂-Management, setzen jedoch an unterschiedlichen Stellen des Prozesses an: SAP Sustainability Footprint Management ermittelt den CO₂-Fußabdruck, während SAP Green Ledger Emissionsmengen in die Strukturen der Finanzbuchhaltung einbindet.

SAP Sustainability Footprint Management: CO₂-Fußabdrücke berechnen

SAP Sustainability Footprint Management (SAP SFM) berechnet den CO₂-Fußabdruck von Produkten (Product Carbon Footprint, PCF) und Unternehmen (Corporate Carbon Footprint, CCF).

Dafür nutzt die Lösung unter anderem ERP-Daten zu Materialbewegungen, Produktionsprozessen und Energieverbrauch sowie Emissionsfaktoren und Lieferanteninformationen. Unternehmen können so Emissionen über verschiedene Geschäftsaktivitäten und Wertschöpfungsstufen hinweg ermitteln und analysieren.

SAP Green Ledger: CO₂-Emissionen buchhalterisch erfassen und zuordnen

SAP Green Ledger übernimmt die buchhalterische Verarbeitung von Emissionsmengen. Die Lösung erfasst CO₂-Daten in einem eigenen Ledger und verknüpft sie mit Finanzstrukturen aus SAP S/4HANA.

Emissionen lassen sich dadurch beispielsweise Buchungskreisen, Kostenstellen und Profitcentern zuordnen, auswerten und mit Finanzdaten analysieren.

Der entscheidende Unterschied: SAP SFM beantwortet die Frage, wie viele Emissionen entstehen. SAP Green Ledger macht diese Emissionen innerhalb der Finanzorganisation nachvollziehbar und für betriebswirtschaftliche Entscheidungen nutzbar. Beide Lösungen ergänzen sich, ersetzen aber nicht gegenseitig ihre Kernfunktionen.

SAP Green Ledger vs. SAP SFM: Die wichtigsten Unterschiede im Vergleich

SAP Green Ledger und SAP Sustainability Footprint Management unterscheiden sich vor allem in ihrer Funktion innerhalb des Carbon-Accounting-Prozesses. Während SAP SFM die Berechnung und Analyse von CO₂-Fußabdrücken übernimmt, konzentriert sich SAP Green Ledger auf die buchhalterische Erfassung und Zuordnung von Emissionsmengen.

Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Unterschiede:

Vergleichskriterium SAP Sustainability Footprint Management SAP Green Ledger
Hauptaufgabe Berechnung von Produkt- und Unternehmens-CO₂-Fußabdrücken Buchhalterische Erfassung, Zuordnung und Analyse von Emissionsmengen
Datenbasis Betriebsdaten, Materialbewegungen, Energieverbrauch, Lieferantendaten und Emissionsfaktoren Emissionsdaten sowie Finanzstammdaten und Rechnungslegungsstrukturen
Berechnungen Product Carbon Footprint (PCF) und Corporate Carbon Footprint (CCF) CO₂-Buchungen und Verteilung von Emissionen auf Finanzdimensionen
Integration SAP S/4HANA und weitere unterstützte Datenquellen SAP S/4HANA, SAP SFM und weitere SAP-Lösungen
Ergebnisse Berechnete CO₂-Fußabdrücke und Emissionsanalysen CO₂-Buchungsdaten, Zuordnungen und finanzbezogene Emissionsanalysen
Typische Anwender Nachhaltigkeitsmanagement, Produktion, Supply Chain Finanzabteilung, Controlling, Nachhaltigkeitsmanagement
Einsatzbereiche CO₂-Fußabdruckberechnung, Emissionsanalyse und Dekarbonisierungsplanung Carbon Accounting, CO₂-Kostenstellenrechnung und finanzbezogenes Emissionsreporting

Was bedeutet das in der Praxis? Ein Fertigungsunternehmen kann mit SAP SFM beispielsweise den CO₂-Fußabdruck seiner Produktionsaktivitäten ermitteln. SAP Green Ledger ermöglicht anschließend, die entsprechenden Emissionsmengen mit Finanzstrukturen zu verknüpfen und nach Kostenstellen oder Profitcentern auszuwerten.

Die Entscheidung für eine der beiden Lösungen hängt daher davon ab, ob das Unternehmen primär Emissionen berechnen, diese buchhalterisch erfassen oder beide Prozesse miteinander verbinden möchte.

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Wie arbeiten SAP SFM und SAP Green Ledger mit SAP S/4HANA zusammen?

Die Integration von SAP Sustainability Footprint Management und SAP Green Ledger verbindet operative Emissionsberechnungen mit den Finanzstrukturen aus SAP S/4HANA. Dadurch können Unternehmen berechnete CO₂-Emissionen nicht nur für Nachhaltigkeitsanalysen nutzen, sondern auch in ihre finanzbezogenen Steuerungsprozesse einbeziehen.

Vom CO₂-Fußabdruck zum Carbon Accounting

SAP Sustainability Footprint Management verarbeitet relevante Betriebsdaten und Emissionsfaktoren, um den CO₂-Fußabdruck eines Unternehmens zu berechnen.

Über die vorgesehene Integration können die berechneten Corporate-Footprint-Daten an SAP Green Ledger übermittelt werden. Dafür stellt SAP SFM eine interne Schnittstelle bereit, über die Emissionsinformationen unter anderem nach Geschäftstransaktion, Berichtsperiode, GHG Scope und Emissionskategorie verfügbar sind.

SAP Green Ledger übernimmt diese Daten in den Carbon-Accounting-Prozess und ermöglicht ihre weitere buchhalterische Verarbeitung.

Wichtig: Die standardmäßig dokumentierte Integration bezieht sich auf Corporate-Footprint-Daten. Eine automatische Übertragung sämtlicher Product Carbon Footprints sollte daraus nicht abgeleitet werden.

Datenintegration und Finanzstrukturen

SAP S/4HANA stellt die relevanten Finanzstrukturen bereit, beispielsweise Buchungskreise, Sachkonten, Kostenstellen und Profitcenter.

SAP Green Ledger nutzt diese Strukturen, um Emissionsmengen zu erfassen, zu buchen und den entsprechenden Finanzdimensionen zuzuordnen. So lassen sich CO₂-Daten entlang der bestehenden Organisations- und Rechnungslegungsstrukturen analysieren.

Der resultierende Datenfluss verbindet drei Aufgaben:

  1. SAP S/4HANA: Bereitstellung relevanter Geschäfts- und Finanzdaten.
  2. SAP Sustainability Footprint Management: Berechnung der CO₂-Fußabdrücke.
  3. SAP Green Ledger: Buchhalterische Erfassung, Zuordnung und Auswertung der Emissionsmengen.

Für eine erfolgreiche Integration müssen Unternehmen insbesondere die Konsistenz der Daten, die Zuordnung der Organisationseinheiten und die technischen Schnittstellen zwischen den Systemen sicherstellen.

Scope 1, 2 und 3: Welche Lösung unterstützt welche Aufgabe?

Die drei Emissionsbereiche des Greenhouse Gas Protocol (GHG Protocol) unterscheiden zwischen direkten Emissionen, indirekten Emissionen aus eingekaufter Energie und weiteren indirekten Emissionen entlang der Wertschöpfungskette.

  • Scope 1: Direkte Emissionen aus unternehmenseigenen oder kontrollierten Quellen, beispielsweise durch die Verbrennung von Erdgas in Produktionsanlagen.
  • Scope 2: Indirekte Emissionen aus eingekauftem Strom, Dampf, Wärme oder Kälte.
  • Scope 3: Weitere indirekte Emissionen, etwa aus eingekauften Materialien, Transporten oder der Nutzung verkaufter Produkte.

SAP Sustainability Footprint Management unterstützt die Berechnung und Analyse dieser Emissionen. SAP Green Ledger ermöglicht anschließend, die entsprechenden Emissionsmengen nach GHG Scope und Finanzdimensionen zu erfassen, zuzuordnen und auszuwerten.

Für ein umfassenderes ESG-Management kann zusätzlich SAP Sustainability Control Tower eingesetzt werden, um Nachhaltigkeitskennzahlen zu überwachen und Berichtsprozesse zu unterstützen.

Entscheidend ist somit nicht allein, welche Scopes eine Lösung berücksichtigt, sondern welche Aufgabe sie im Gesamtprozess übernimmt: Emissionen berechnen, buchhalterisch verarbeiten oder für die Nachhaltigkeitssteuerung aufbereiten.

Praxisbeispiel: Vom Corporate Carbon Footprint zur CO₂-Buchung

Wie SAP Sustainability Footprint Management und SAP Green Ledger zusammenarbeiten, lässt sich am Beispiel eines deutschen Fertigungsunternehmens veranschaulichen.

Vereinfachtes, fiktives Beispiel: Die folgenden Werte dienen ausschließlich der Darstellung des Prozesses.

1. CO₂-Emissionen mit SAP SFM berechnen

Ein Produktionsstandort verbraucht innerhalb eines Monats 200 MWh eingekauften Strom. Die Verbrauchsdaten werden aus den relevanten betrieblichen Datenquellen bereitgestellt.

SAP Sustainability Footprint Management nutzt die Aktivitätsdaten und einen geeigneten Emissionsfaktor, um die entsprechenden Scope-2-Emissionen zu berechnen.

Bei einem beispielhaft angenommenen Emissionsfaktor von 0,3 t CO₂e/MWh ergeben sich 60 t CO₂e.

2. Emissionsdaten an SAP Green Ledger übertragen

Die berechneten Corporate-Footprint-Daten werden über die unterstützte Integration an SAP Green Ledger übermittelt. Dort können sie einer Buchungsperiode, einem Buchungskreis und den relevanten Emissionskategorien zugeordnet und als CO₂-Buchungen erfasst werden.

3. CO₂-Emissionen Finanzdimensionen zuordnen

Anschließend können die 60 t CO₂e anhand eines definierten Zuordnungsschlüssels auf zwei Kostenstellen verteilt werden.

Kostenstelle Zugeordnete Emissionen
Produktion A 40 t CO₂e
Produktion B 20 t CO₂e
Gesamt 60 t CO₂e

Die Zuordnung erfolgt beispielsweise anhand des jeweiligen Stromverbrauchs der Produktionsbereiche.

4. Emissions- und Finanzdaten gemeinsam analysieren

SAP Green Ledger stellt die gebuchten und zugeordneten Emissionsmengen für Auswertungen bereit. In Verbindung mit SAP Analytics Cloud können Unternehmen CO₂-Kennzahlen und Finanzdaten gemeinsam analysieren.

So lässt sich beispielsweise erkennen, welche Produktionsbereiche besonders emissionsintensiv sind und wo Maßnahmen zur Emissionsreduzierung priorisiert werden sollten.

Welche Lösung braucht Ihr Unternehmen – SAP SFM, Green Ledger oder beide?

Die Wahl zwischen SAP Sustainability Footprint Management und SAP Green Ledger hängt davon ab, welche Aufgaben Unternehmen im Carbon Management abdecken möchten. Beide Lösungen können unabhängig voneinander eingesetzt werden, bieten jedoch unterschiedliche Funktionen.

Die folgende Entscheidungsmatrix hilft bei der ersten Orientierung:

Geschäftsanforderung Empfohlene SAP-Lösung
CO₂-Fußabdruck einzelner Produkte berechnen SAP Sustainability Footprint Management
Unternehmensweiten CO₂-Fußabdruck ermitteln SAP Sustainability Footprint Management
Emissionen Kostenstellen und Profitcentern zuordnen SAP Green Ledger
CO₂- und Finanzdaten gemeinsam analysieren SAP Green Ledger
CO₂-Fußabdrücke berechnen und anschließend buchhalterisch verarbeiten SAP SFM + SAP Green Ledger
ESG-Kennzahlen überwachen und Nachhaltigkeitsberichte erstellen SAP Sustainability Control Tower als ergänzende Lösung prüfen

Unternehmen, die zunächst ihre Emissionen systematisch berechnen möchten, können mit SAP SFM beginnen. Steht dagegen die Integration bereits vorhandener Emissionsdaten in die Finanzbuchhaltung im Vordergrund, kann SAP Green Ledger der geeignete Ausgangspunkt sein.

Für ein durchgängiges Carbon Accounting lassen sich beide Lösungen kombinieren. Dabei sollten die bestehende SAP-Landschaft, verfügbare Datenquellen, Integrationsmöglichkeiten und Reporting-Anforderungen berücksichtigt werden.

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FAQ: SAP Green Ledger und SAP Sustainability Footprint Management

Kann SAP Green Ledger ohne SAP Sustainability Footprint Management genutzt werden?

Ja. SAP Green Ledger kann Emissionsdaten auch aus anderen unterstützten Quellen verarbeiten, beispielsweise über CSV-Uploads oder manuelle Eingaben. SAP SFM ist daher keine zwingende Voraussetzung. Die Integration beider Lösungen ermöglicht jedoch die direkte Übernahme berechneter Unternehmens-CO₂-Fußabdrücke.

Ersetzt SAP Green Ledger die Berechnung des CO₂-Fußabdrucks?

Nein. SAP Green Ledger berechnet selbst keine Product Carbon Footprints oder Corporate Carbon Footprints. Die Lösung dient der buchhalterischen Erfassung, Zuordnung und Analyse vorhandener Emissionsmengen. Für die Berechnung von CO₂-Fußabdrücken kann SAP Sustainability Footprint Management eingesetzt werden.

Brauchen Unternehmen zusätzlich SAP Sustainability Control Tower?

Nicht grundsätzlich. SAP Sustainability Control Tower ergänzt SAP Green Ledger und SAP SFM insbesondere bei der Überwachung von ESG-Kennzahlen und der Nachhaltigkeitsberichterstattung. Ob die zusätzliche Lösung sinnvoll ist, hängt von den Reporting-Anforderungen, den bestehenden Systemen und dem gewünschten Umfang des Nachhaltigkeitsmanagements ab.

Fazit: SAP Green Ledger und SAP SFM sinnvoll kombinieren

SAP Sustainability Footprint Management berechnet CO₂-Fußabdrücke, während SAP Green Ledger Emissionsdaten mit der Finanzbuchhaltung verbindet. Gemeinsam ermöglichen sie einen durchgängigen Prozess von der Emissionsberechnung bis zum finanziell integrierten Carbon Accounting.

Welche Lösung oder Kombination sinnvoll ist, hängt von Ihrer SAP-Landschaft, den verfügbaren Daten und Ihren Nachhaltigkeitszielen ab.

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