SAP-Beratung für Pharma und Life Sciences in der Schweiz

Learn about how AI operates inside SAP S/4HANA, from clean core and data quality to embedded use cases, real-time decisions, and secure, transparent execution.

Pharma- und Life-Sciences-Unternehmen stellen besondere Anforderungen an ihre SAP-Landschaft. Neben effizienten Geschäftsprozessen müssen Qualität, Rückverfolgbarkeit, Datenintegrität und regulatorische Vorgaben berücksichtigt werden. Gleichzeitig soll die IT-Landschaft mit globalen Unternehmensstrukturen, bestehenden Systemen und neuen Technologien wie SAP S/4HANA, SAP BTP und Cloud-Lösungen zusammenspielen.

Eine SAP-Beratung für Pharmaunternehmen in der Schweiz muss deshalb mehr leisten als die technische Einführung eines ERP-Systems. Entscheidend ist das Zusammenspiel von SAP-Technologie, branchenspezifischen Prozessen und den Anforderungen einer regulierten Umgebung.

Besonders relevant sind dabei Fragen wie: Wie lässt sich SAP S/4HANA in eine bestehende Pharma-IT-Landschaft integrieren? Wie werden GxP-relevante Prozesse und Validierungsanforderungen berücksichtigt? Welche Rolle spielen SAP EWM, SAP QM, SAP BTP und Supply-Chain-Lösungen? Und worauf sollten Schweizer Pharmaunternehmen bei der Auswahl eines SAP-Partners achten?

Dieser Artikel zeigt, welche Aspekte bei einer SAP-Transformation für Pharma und Life Sciences in der Schweiz relevant sind – von der Prozess- und Systemarchitektur über GxP und Validierung bis hin zu Migration, Integration und laufendem SAP-Betrieb.

Was sollte eine SAP-Beratung für Pharmaunternehmen in der Schweiz leisten?

Eine SAP-Beratung für Pharmaunternehmen in der Schweiz sollte SAP-Kompetenz mit einem Verständnis für regulierte Geschäftsprozesse verbinden. Pharmaunternehmen benötigen nicht nur eine funktionierende ERP-Lösung, sondern eine IT-Landschaft, in der Prozesse, Daten, Schnittstellen und Kontrollmechanismen aufeinander abgestimmt sind.

Branchenverständnis und SAP-Kompetenz verbinden

Bei einem SAP-Projekt in der Pharmaindustrie greifen technologische und fachliche Anforderungen ineinander. Produktionsplanung, Qualitätsmanagement, Chargenverwaltung, Rückverfolgbarkeit und Lagerprozesse müssen mit der SAP-Systemarchitektur zusammenspielen.

Ein geeigneter SAP-Partner für Pharma in der Schweiz sollte deshalb beide Perspektiven abdecken: die technische Umsetzung von SAP-Lösungen und das Verständnis für die Anforderungen einer regulierten Industrie. Dazu gehören unter anderem Kenntnisse von GxP-relevanten Prozessen, Validierungsaktivitäten, Datenintegrität, Dokumentation und kontrollierten Änderungen.

Dabei ist wichtig, zwischen SAP-Funktionalität und regulatorischer Compliance zu unterscheiden. SAP kann GxP-relevante Prozesse unterstützen; ob ein konkretes System für einen bestimmten Verwendungszweck geeignet und validiert ist, hängt jedoch von Konfiguration, Prozessen, Schnittstellen, Daten, Rollen und der gesamten Systemumgebung ab.

Von der SAP-Transformation bis zum laufenden Betrieb

Eine SAP-Beratung sollte nicht bei der Implementierung enden. Gerade bei Pharmaunternehmen umfasst eine Transformation häufig mehrere Phasen:

  1. Strategie und Zielarchitektur: Analyse der bestehenden SAP-Landschaft und Definition des zukünftigen Systemmodells.
  2. Migration und Implementierung: Planung und Umsetzung von SAP S/4HANA, Cloud- oder hybriden Szenarien.
  3. Integration: Anbindung von Systemen wie MES, LIMS, DMS, CRM oder externen Logistik- und Geschäftspartnern.
  4. Datenmigration und Governance: Übernahme, Bereinigung und Steuerung von Stamm- und Bewegungsdaten.
  5. Testing und Go-live: Strukturierte Tests, Fehlerbehebung, Cutover und Einführung der neuen Prozesse.
  6. Support und Weiterentwicklung: Stabilisierung nach dem Go-live sowie laufender SAP-Support und Optimierung.

Diese End-to-End-Perspektive ist besonders relevant, wenn SAP nicht als isoliertes ERP-System betrachtet wird, sondern als Teil einer grösseren Pharma-IT-Landschaft.

Welche Kompetenzen sollte ein SAP-Partner abdecken?

Bei der Auswahl eines SAP-Beratungsunternehmens können Pharmaunternehmen insbesondere folgende Kompetenzen prüfen:

Bereich Worauf Pharmaunternehmen achten sollten
SAP S/4HANA Erfahrung mit Implementierung, Migration und Zielarchitektur
Pharma & Life Sciences Verständnis für branchenspezifische Prozesse und Anforderungen
GxP & Validierung Verständnis für risikobasierte Validierung, Dokumentation, Testing und kontrollierte Änderungen
SAP QM Unterstützung von Qualitätsprozessen, Prüfungen und relevanten Stammdaten
Supply Chain Kompetenzen in Planung, Lager, Transport und Rückverfolgbarkeit
Integration Erfahrung mit Schnittstellen, APIs und SAP BTP bzw. Integrationstechnologien
Daten Datenmigration, Stammdatenmanagement und Datenintegrität
Testing Planung und Durchführung von funktionalen und integrierten Tests
Globale SAP-Landschaften Umgang mit globalen Templates und lokalen Anforderungen
SAP Support / AMS Betrieb, Incident- und Change-Management sowie kontinuierliche Optimierung

Für Schweizer Unternehmen kann zusätzlich relevant sein, ob der SAP-Partner für Pharma Erfahrung mit internationalen Organisationsstrukturen und lokalen Anforderungen hat. Das gilt insbesondere für Unternehmen, die eine Schweizer Gesellschaft in eine globale SAP-Landschaft integrieren oder bestehende Systeme schrittweise harmonisieren möchten.

Entscheidend ist daher weniger die Anzahl einzelner SAP-Produkte als die Fähigkeit, Prozesse, Technologie, Daten, Integration und regulatorische Anforderungen als zusammenhängende Systemlandschaft zu planen und umzusetzen.

SAP für Pharma und Life Sciences: Welche Prozesse stehen im Mittelpunkt?

Eine SAP-Landschaft für Pharmaunternehmen muss unterschiedliche Geschäftsbereiche miteinander verbinden. Besonders relevant sind Prozesse, bei denen Qualität, Chargen, Rückverfolgbarkeit, Bestände und regulatorische Anforderungen eng mit den operativen Abläufen verknüpft sind.

Produktion und Qualitätsmanagement

In der pharmazeutischen Produktion müssen Materialflüsse, Produktionsaufträge und Qualitätsprüfungen konsistent zusammenwirken. SAP QM kann dabei Qualitätsprüfungen und qualitätsbezogene Prozesse in die SAP-Landschaft integrieren.

Relevant sind unter anderem:

  • Chargen- und Materialverwaltung
  • Prüfplanung und Qualitätsprüfungen
  • Freigabe- und Sperrprozesse
  • Dokumentation qualitätsrelevanter Informationen
  • Rückverfolgbarkeit von Materialien und Chargen

Welche Prozesse tatsächlich in SAP abgebildet werden sollten, hängt vom Produktionsmodell, den vorhandenen Systemen und dem vorgesehenen Einsatzbereich ab.

Supply Chain und Lager

Pharmaunternehmen benötigen eine Supply Chain, die Planung, Beschaffung, Produktion, Lagerung und Distribution miteinander verbindet. Dabei können SAP-Lösungen für Supply Chain und Logistik unterschiedliche Prozessschritte unterstützen.

SAP EWM ist beispielsweise für komplexe Lager- und Warenflussprozesse relevant. Je nach Unternehmensstruktur können zusätzlich Lösungen für Supply-Chain-Planung, Transportmanagement und Bestandssteuerung zum Einsatz kommen.

Typische Fragestellungen sind:

  • Wie werden Chargen und Bestände durch die Lieferkette verfolgt?
  • Wie lassen sich Lagerprozesse standardisieren und automatisieren?
  • Wie werden Produktions- und Beschaffungsplanung miteinander verbunden?
  • Wie werden interne und externe Logistikprozesse integriert?

Beschaffung und Lieferantenmanagement

Auch Procurement-Prozesse sind Teil einer integrierten Pharma-IT-Landschaft. Beschaffung, Lieferantenstammdaten, Bestellungen, Wareneingänge und qualitätsrelevante Informationen sollten möglichst konsistent zusammenarbeiten.

Je nach Ausgangslage können dabei SAP S/4HANA und Lösungen wie SAP Ariba eine Rolle spielen. Entscheidend ist die Verbindung zwischen Beschaffung, Stammdaten, Beständen, Finance und gegebenenfalls Qualitätsprozessen.

Finance und Stammdaten

Finanzprozesse bilden eine weitere Ebene der SAP-Landschaft. Für Pharmaunternehmen ist insbesondere die Verbindung zwischen operativen Prozessen und Finanzdaten relevant. Geschäftsvorgänge aus Beschaffung, Produktion, Lagerung und Vertrieb müssen in konsistente Finanzprozesse überführt werden.

Eine besondere Grundlage bilden dabei Stammdaten. Material-, Kunden-, Lieferanten- und Produktionsdaten beeinflussen zahlreiche nachgelagerte Prozesse. Fehlerhafte oder uneinheitliche Stammdaten können deshalb nicht nur die operative Effizienz beeinträchtigen, sondern auch die Qualität von Berichten, Beständen und Prozesskontrollen.

Geschäftsbereich Relevante SAP-Themen Typische Anforderungen
Produktion SAP S/4HANA, Production, Batch Management Chargen, Produktionsplanung, Rückverfolgbarkeit
Qualität SAP QM Prüfungen, Qualitätsstatus, Dokumentation
Lager SAP EWM Bestände, Lagerprozesse, Warenflüsse
Supply Chain Supply-Chain-Lösungen Planung, Bestände, Beschaffung
Procurement SAP S/4HANA, SAP Ariba Einkauf, Lieferanten, Bestellungen
Finance SAP S/4HANA Finance Finanzintegration und Reporting
Stammdaten SAP MDG und Data Management Konsistenz, Governance, Datenqualität

Für eine SAP-Beratung Pharma Schweiz bedeutet das: Die Zielarchitektur sollte nicht nur einzelne SAP-Module betrachten. Entscheidend ist, wie die Prozesse entlang der gesamten Wertschöpfungskette miteinander verbunden sind und welche Systeme ausserhalb von SAP weiterhin benötigt werden.

SAP GxP und Validierung: Was müssen Pharmaunternehmen beachten?

Für Pharmaunternehmen ist eine SAP-Transformation immer auch eine Frage der kontrollierten Nutzung computergestützter Systeme. SAP GxP bedeutet dabei nicht, dass ein SAP-System pauschal „GxP-konform“ ist. Entscheidend ist vielmehr, welche Prozesse und Funktionen für einen regulierten Zweck eingesetzt werden und wie diese im konkreten Systemumfeld konfiguriert, betrieben und kontrolliert werden.

In der Schweiz sind für bestimmte Bereiche zudem aktuelle regulatorische Entwicklungen zu berücksichtigen. Beispielsweise sind die Grundsätze und Anhang 1 der revidierten ICH-GCP-Leitlinie E6(R3) seit dem 15. August 2025 in der Schweiz in Kraft.

Was bedeutet GxP im SAP-Kontext?

GxP umfasst verschiedene Anforderungen an regulierte Prozesse, beispielsweise in Herstellung, Qualitätsmanagement oder klinischer Forschung. In einer SAP-Landschaft können davon unter anderem Produktionsprozesse, Qualitätsprüfungen, Chargenverwaltung, Stammdaten, elektronische Aufzeichnungen und Schnittstellen betroffen sein.

Für ein SAP-Projekt bedeutet das: Zunächst muss festgelegt werden, welche Systemfunktionen für welche regulierten Prozesse eingesetzt werden. Daraus lassen sich Anforderungen an Risikoanalyse, Spezifikation, Tests, Dokumentation, Berechtigungen, Änderungen und laufenden Betrieb ableiten.

SAP Validierung risikobasiert planen

Eine SAP Validierung sollte nicht als einmaliger technischer Test kurz vor dem Go-live verstanden werden. Vielmehr geht es um einen dokumentierten Nachweis, dass ein System für seinen vorgesehenen Verwendungszweck geeignet ist und relevante Anforderungen kontrolliert erfüllt.

Ein risikobasierter Ansatz hilft dabei, Aufwand und Kontrollen auf die tatsächliche Kritikalität der Prozesse auszurichten. ICH E6(R3) fordert für computergestützte Systeme unter anderem geeignete Validierung vor der Nutzung, kontrollierte Änderungen sowie die Validierung relevanter Konfigurationen, Anpassungen und Schnittstellen.

Typische Elemente können sein:

  • Definition von User Requirements und funktionalen Anforderungen
  • Risikoanalyse und Festlegung kritischer Funktionen
  • Spezifikation und Dokumentation der Systemkonfiguration
  • Testplanung und dokumentierte Testausführung
  • Prüfung relevanter Schnittstellen und Datenübertragungen
  • Berechtigungs- und Rollenmanagement
  • Change Control und kontrollierte Systemänderungen
  • Abweichungsmanagement und nachvollziehbare Freigaben
  • Dokumentation über den gesamten relevanten Systemlebenszyklus

Datenintegrität und Audit Trail berücksichtigen

Bei regulierten SAP-Prozessen reicht es nicht aus, Daten lediglich korrekt zu speichern. Unternehmen müssen auch nachvollziehen können, wie relevante Daten entstehen, verändert, übertragen und gegebenenfalls korrigiert werden.

Das betrifft insbesondere Datenintegrität, Audit Trails, elektronische Aufzeichnungen sowie Datenmigrationen und Schnittstellen. ICH E6(R3) verlangt für klinische Studiendaten unter anderem geeignete Prozesse für die Überprüfung von Daten und Audit Trails sowie kontrollierte und nachvollziehbare Datenübertragungen und Migrationen.

Für eine SAP-Transformation bedeutet dies, dass nicht nur die Zielanwendung betrachtet werden sollte. Auch Migrationstools, Schnittstellen, angebundene Systeme und Prozesse zur Datenkorrektur können Bestandteil der Gesamtbetrachtung sein.

Ist SAP Cloud ERP für GxP-regulierte Prozesse geeignet?

Die Frage lässt sich nicht pauschal mit Ja oder Nein beantworten. Entscheidend sind der konkrete Anwendungsfall, die verwendeten Funktionen, die Systemarchitektur, Verantwortlichkeiten, Konfigurationen, Schnittstellen und die vorgesehenen Kontrollen.

Bei Cloud-Szenarien sollte daher bereits in der Planungsphase geklärt werden:

  1. Welche Prozesse sind GxP-relevant?
  2. Welche Anforderungen gelten für den vorgesehenen Verwendungszweck?
  3. Welche Verantwortlichkeiten liegen beim Unternehmen und welche beim jeweiligen Dienstleister?
  4. Welche Daten und Schnittstellen sind betroffen?
  5. Wie werden Validierung, Änderungen, Tests und Dokumentation über den Systemlebenszyklus organisiert?

Kurz gesagt: SAP kann GxP-relevante Prozesse unterstützen, ersetzt aber nicht das unternehmensspezifische Validierungs- und Qualitätsmanagement. Eine belastbare SAP-Validierungsstrategie verbindet daher Business Requirements, Risikoanalyse, Systemkonfiguration, Tests, Datenintegrität und kontrollierten Betrieb.

SAP S/4HANA für Pharma: Migration, Cloud oder On-Premise?

Die Einführung von SAP S/4HANA für Pharmaunternehmen ist keine reine technische Migration. Unternehmen müssen entscheiden, welche bestehenden Prozesse übernommen, welche standardisiert und welche neu gestaltet werden sollen. Gleichzeitig stellt sich die Frage nach dem passenden Betriebsmodell: SAP Cloud ERP, eine On-Premise-Lösung oder eine hybride Architektur.

Eine allgemeingültige Empfehlung gibt es nicht. Die geeignete Variante hängt unter anderem von bestehender SAP-Landschaft, Prozesskomplexität, individuellen Entwicklungen, Integrationen, Daten, regulatorischen Anforderungen und der langfristigen IT-Strategie ab.

Greenfield, Brownfield oder selektive Transformation?

Für die Transformation von SAP ERP nach S/4HANA kommen grundsätzlich unterschiedliche Ansätze infrage:

  • Greenfield: Neuimplementierung auf Basis einer definierten Zielarchitektur und standardisierter Prozesse.
  • Brownfield / System Conversion: Weiterentwicklung und Konvertierung eines bestehenden SAP-Systems.
  • Selective Data Transition: Übernahme ausgewählter Daten und Prozesse in eine neue Zielumgebung.

Für Pharmaunternehmen ist insbesondere die Bewertung bestehender Eigenentwicklungen, Schnittstellen und GxP-relevanter Prozesse wichtig. Eine Migration sollte nicht automatisch jede historische Anpassung in die neue Systemlandschaft übertragen.

Die Wahl des Ansatzes sollte deshalb auf einer strukturierten Analyse der Ausgangslage basieren. Zu den relevanten Kriterien gehören Prozessstandardisierung, Datenqualität, Custom Code, Integrationen, Systemlandschaft und Transformationsziele. LeverX beschreibt für Schweizer Unternehmen ebenfalls Greenfield-, Brownfield- und selektive Transformationsszenarien.

Cloud oder On-Premise?

Auch beim Betriebsmodell sollten Pharmaunternehmen den konkreten Anwendungsfall betrachten. Eine Cloud-Strategie kann Standardisierung und Skalierbarkeit unterstützen, während spezifische Anforderungen an Architektur, Integration, Daten, Prozesse und Betriebsmodell berücksichtigt werden müssen.

Für GxP-relevante Systeme ist dabei besonders wichtig, Verantwortlichkeiten und Kontrollen über den gesamten Systemlebenszyklus zu definieren. Die Frage lautet daher nicht nur, ob eine Cloud-Lösung eingesetzt wird, sondern wie der konkrete regulierte Prozess darin abgebildet, kontrolliert, getestet und betrieben wird.

Auch hybride Architekturen können relevant sein, wenn beispielsweise SAP-Systeme mit bestehenden Produktions-, Labor-, Dokumenten- oder anderen spezialisierten Anwendungen verbunden werden müssen.

Clean Core als Teil der S/4HANA-Strategie

Eine S/4HANA-Transformation bietet zudem die Möglichkeit, die bestehende Systemarchitektur zu vereinfachen. Das Clean-Core-Prinzip zielt darauf ab, den SAP-Kern möglichst standardnah zu halten und Erweiterungen über geeignete Erweiterungsmechanismen umzusetzen.

SAP BTP kann dabei beispielsweise für Integrationen und Erweiterungen eingesetzt werden. Das ermöglicht eine stärkere Trennung zwischen dem ERP-Kern und kundenspezifischen Erweiterungen.

Für Pharmaunternehmen ist dabei eine sorgfältige Abwägung wichtig: Nicht jede bestehende Individualentwicklung sollte allein aus technischen Gründen entfernt werden. Entscheidend ist, ob sie weiterhin einen geschäftlichen oder regulatorischen Zweck erfüllt und wie sie in einer zukünftigen Architektur nachhaltig umgesetzt werden kann.

Ist SAP Cloud ERP für Pharma geeignet?

SAP Cloud ERP kann auch für Pharmaunternehmen relevant sein, wenn die konkrete Systemarchitektur und der vorgesehene Verwendungszweck die fachlichen und regulatorischen Anforderungen unterstützen. Eine pauschale Aussage zur Eignung ist jedoch nicht sinnvoll.

Vor einer Entscheidung sollten Unternehmen deshalb insbesondere prüfen:

  1. Welche Prozesse sind GxP-relevant?
  2. Welche Funktionen müssen validiert oder kontrolliert betrieben werden?
  3. Welche Systeme und Schnittstellen müssen integriert werden?
  4. Welche Daten werden verarbeitet und wo liegen sie?
  5. Welche Erweiterungen und Individualentwicklungen sind erforderlich?
  6. Wie werden Testing, Change Control und laufender Betrieb organisiert?

Damit wird die S/4HANA-Entscheidung zu einer Architektur- und Prozessfrage statt zu einer reinen Produktentscheidung. Gerade bei komplexen Pharma-Landschaften sollte das Zielbild daher vor der Wahl des konkreten Migrationswegs definiert werden.

SAP Supply Chain für Pharma: EWM, IBP, TM und Track & Trace

Die Supply Chain gehört zu den Bereichen, in denen sich die Anforderungen der Pharmaindustrie besonders deutlich zeigen. Materialien, Zwischenprodukte und Fertigwaren müssen planbar, verfügbar und nachvollziehbar sein. Gleichzeitig müssen Qualitätsstatus, Chargeninformationen und relevante Prozessdaten entlang der Lieferkette konsistent bleiben.

Eine moderne SAP Supply Chain für Pharma verbindet deshalb Planung, Beschaffung, Produktion, Qualitätsmanagement, Lager und Distribution. Je nach Geschäftsmodell können dabei Lösungen wie SAP EWM, SAP IBP, SAP TM sowie Funktionen für Chargen- und Produktverfolgung zusammenspielen.

SAP EWM für pharmazeutische Lagerprozesse

SAP Extended Warehouse Management (EWM) unterstützt die Steuerung komplexer Lager- und Warenflussprozesse. Für Pharmaunternehmen können beispielsweise Chargen, Bestände, Lagerplätze und interne Bewegungen eine zentrale Rolle spielen.

Relevant sind unter anderem:

  • Wareneingang und Einlagerung
  • Bestands- und Chargenverwaltung
  • Kommissionierung und Verpackung
  • interne Warenbewegungen
  • Freigabe- und Sperrstatus
  • Versand und Warenausgang
  • Integration mit Produktion und Qualitätsmanagement

Dabei sollte die Lagerarchitektur immer gemeinsam mit den vor- und nachgelagerten Prozessen betrachtet werden. Ein isoliertes EWM-Projekt löst beispielsweise keine Probleme bei fehlerhaften Stammdaten oder unklaren Qualitätsstatus.

Planung mit SAP IBP

Bei volatilen Nachfrage- und Lieferbedingungen gewinnt eine integrierte Planung an Bedeutung. SAP Integrated Business Planning (IBP) kann Unternehmen dabei unterstützen, Nachfrage, Bestände und Supply-Chain-Kapazitäten in einer gemeinsamen Planungsumgebung zu betrachten.

Für Pharmaunternehmen können dabei Fragen wie diese relevant sein:

  • Wie werden Nachfrage und Produktionskapazitäten abgestimmt?
  • Wie lassen sich Sicherheitsbestände definieren?
  • Wie werden Lieferengpässe frühzeitig erkannt?
  • Wie werden Produktions- und Beschaffungsentscheidungen miteinander verbunden?

Die konkrete Ausgestaltung hängt dabei vom Geschäftsmodell, den Planungsprozessen und der vorhandenen Systemlandschaft ab.

SAP TM und Distribution

Nach Produktion und Lagerung muss die Ware zuverlässig verteilt werden. SAP Transportation Management (TM) kann Transportplanung und -ausführung in eine integrierte Supply-Chain-Architektur einbinden.

Für Pharmaunternehmen ist dabei nicht nur die Transporteffizienz relevant. Je nach Produkt und Prozess können auch Anforderungen an Lieferbedingungen, Dokumentation, Chargen und die Nachverfolgbarkeit von Warenbewegungen berücksichtigt werden müssen.

Batch Release und Rückverfolgbarkeit

Die Rückverfolgbarkeit von Chargen ist ein zentraler Bestandteil vieler pharmazeutischer Prozesse. SAP kann relevante Informationen aus Produktion, Qualität, Lager und Distribution miteinander verknüpfen.

Bei entsprechenden Szenarien können spezialisierte Lösungen wie der SAP Batch Release Hub for Life Sciences eingesetzt werden. Damit lassen sich Prozesse rund um die Freigabe von Chargen in eine integrierte SAP-Landschaft einbinden.

Mehr zum SAP Batch Release Hub for Life Sciences

Für eine ganzheitliche Betrachtung ergibt sich damit beispielsweise folgende Prozesskette:

Planung → Beschaffung → Produktion → Qualitätsprüfung → Chargenfreigabe → Lagerung → Distribution → Rückverfolgbarkeit

Entscheidend ist, dass die einzelnen Prozessschritte nicht nur technisch verbunden sind. Daten, Verantwortlichkeiten und Statusinformationen müssen entlang der gesamten Kette konsistent definiert sein.

Welche SAP-Lösungen können zusammenspielen?

Supply-Chain-Bereich Mögliche SAP-Lösung Schwerpunkt
Planung SAP IBP Nachfrage, Bestand und Supply Planning
Produktion SAP S/4HANA Produktionsprozesse und Materialfluss
Qualität SAP QM Prüfungen und Qualitätsstatus
Lager SAP EWM Lager- und Warenflussprozesse
Transport SAP TM Transportplanung und -abwicklung
Chargenfreigabe Batch Release Hub for Life Sciences Unterstützung von Batch-Release-Prozessen
Rückverfolgbarkeit SAP-Lösungen für Traceability Nachverfolgung von Produkten und Chargen

Damit wird deutlich: SAP für Life Sciences in der Schweiz sollte nicht nur als ERP-Einführung verstanden werden. Gerade in der Supply Chain entsteht der Mehrwert durch die Integration der relevanten Prozesse und Daten über die gesamte Wertschöpfungskette.

Integration und Daten: SAP als Teil einer Pharma-IT-Landschaft

In Pharmaunternehmen ist SAP meist nur ein Bestandteil der gesamten IT-Landschaft. Neben ERP und Supply-Chain-Systemen bestehen häufig spezialisierte Anwendungen für Produktion, Labore, Dokumentation, Kundenmanagement und Logistik. Eine SAP-Beratung für Pharma muss deshalb auch die Integration dieser Systeme berücksichtigen.

Typische Systeme ausserhalb von SAP

Je nach Unternehmen können unter anderem folgende Anwendungen mit SAP verbunden sein:

  • MES: Steuerung und Überwachung von Produktionsprozessen
  • LIMS: Verwaltung von Labor- und Prüfdaten
  • DMS: Dokumentenmanagement und kontrollierte Dokumentation
  • CRM: Kunden-, Vertriebs- und Serviceprozesse
  • Labor- und Qualitätssysteme: Verarbeitung von Prüf- und Analyseinformationen
  • Logistik- und Partnerplattformen: Austausch von Bestell-, Liefer- und Versandinformationen

Die zentrale Frage lautet dabei nicht, ob möglichst viele Systeme in SAP abgebildet werden können. Entscheidend ist, welches System für welchen Prozess die führende Rolle übernimmt und wie Daten kontrolliert zwischen den Anwendungen ausgetauscht werden.

SAP BTP und Integration

Für die Verbindung unterschiedlicher Anwendungen können SAP BTP und entsprechende Integrationsdienste eine Rolle spielen. Die Integrationsarchitektur sollte APIs, Datenflüsse, Fehlerbehandlung, Monitoring und Verantwortlichkeiten berücksichtigen.

Gerade bei regulierten Prozessen müssen Schnittstellen zudem in die Qualitäts- und Validierungsstrategie einbezogen werden. Eine Änderung an einer Schnittstelle kann beispielsweise Auswirkungen auf nachgelagerte Prozesse oder Daten haben.

SAP Business Technology Platform bei LeverX

Eine belastbare Integrationsarchitektur sollte deshalb unter anderem klären:

  1. Welche Systeme sind beteiligt?
  2. Welche Anwendung ist für welche Daten führend?
  3. Welche Daten werden zwischen den Systemen übertragen?
  4. Welche Schnittstellen sind für GxP-relevante Prozesse relevant?
  5. Wie werden Änderungen, Fehler und Ausfälle behandelt?
  6. Wie werden Schnittstellen getestet und dokumentiert?

Datenmigration und Datenintegrität

Eine S/4HANA-Transformation ist auch ein Datenprojekt. Pharmaunternehmen müssen entscheiden, welche Stamm- und Bewegungsdaten übernommen, bereinigt, archiviert oder neu strukturiert werden.

Besonders relevant sind beispielsweise:

  • Material- und Chargendaten
  • Lieferanten- und Kundendaten
  • Produktions- und Qualitätsdaten
  • Lager- und Bestandsinformationen
  • Stammdaten für Planung und Beschaffung

Dabei sollte Datenqualität nicht erst während der Migration geprüft werden. Eine frühzeitige Analyse kann helfen, Dubletten, fehlende Attribute, inkonsistente Strukturen und veraltete Daten vor der Übernahme zu identifizieren.

Bei GxP-relevanten Daten kommen zusätzlich Anforderungen an Integrität, Nachvollziehbarkeit und kontrollierte Änderungen hinzu. Deshalb sollten Migrationen und relevante Datentransformationen Teil der Projektplanung und gegebenenfalls der Validierungsstrategie sein.

Stammdaten als Grundlage der SAP-Transformation

Stammdaten wirken sich auf zahlreiche Prozesse gleichzeitig aus. Ein Materialstammsatz kann beispielsweise Produktion, Einkauf, Lager, Qualität und Planung beeinflussen. Entsprechend können uneinheitliche Stammdaten Fehler über mehrere Geschäftsbereiche hinweg verursachen.

Eine SAP-Beratung Pharma Schweiz sollte deshalb neben der technischen Migration auch Governance-Fragen betrachten:

  • Wer ist für welche Daten verantwortlich?
  • Welche Daten gelten als führend?
  • Welche Qualitätsregeln müssen erfüllt sein?
  • Wie werden Änderungen freigegeben?
  • Wie werden Daten über mehrere Systeme synchronisiert?

Für internationale Pharmaunternehmen kommt häufig eine weitere Ebene hinzu: Globale Stammdatenstandards müssen mit lokalen Anforderungen und organisatorischen Besonderheiten verbunden werden.

Die SAP-Architektur sollte daher nicht als isoliertes ERP-Modell geplant werden. Eine robuste Pharma-IT-Landschaft verbindet ERP, Supply Chain, Produktion, Qualität, spezialisierte Systeme und Datenmanagement über klar definierte Schnittstellen und Verantwortlichkeiten.

Was ist bei SAP-Projekten für Schweizer Pharmaunternehmen besonders?

Ein SAP-Projekt in der Schweiz unterscheidet sich nicht allein durch den Standort. Relevant wird der Schweizer Kontext vor allem dann, wenn globale SAP-Strukturen, lokale Geschäftsprozesse, regulatorische Anforderungen und Datenschutz miteinander verbunden werden müssen.

Swissmedic und regulierte Prozesse

Für Pharmaunternehmen in der Schweiz ist Swissmedic eine zentrale regulatorische Instanz. Anforderungen an Herstellung, Qualität und Arzneimittelprozesse können deshalb Einfluss darauf haben, wie relevante Geschäftsprozesse und unterstützende IT-Systeme gestaltet und kontrolliert werden. Swissmedic veröffentlicht hierzu unter anderem aktuelle Leitlinien und Vorgaben für Humanarzneimittel.

Für eine SAP-Transformation bedeutet das nicht, dass Swissmedic-Vorgaben direkt in einzelne SAP-Transaktionen übersetzt werden. Vielmehr müssen Unternehmen prüfen, welche regulatorischen Anforderungen für ihre konkreten Prozesse gelten und wie diese durch Prozesse, Systeme, Rollen und Kontrollen unterstützt werden.

Cloud, Datenschutz und internationale Datenflüsse

Bei Cloud-Projekten kommt in der Schweiz zusätzlich das revidierte Datenschutzgesetz (DSG) ins Spiel. Der EDÖB weist darauf hin, dass beim Einsatz von Cloud-Diensten insbesondere Auftragsbearbeiter und Unterauftragsbearbeiter, Datensicherheit sowie Übermittlungen in Drittländer berücksichtigt werden müssen. Die Verantwortung für die rechtmässige Bearbeitung bleibt grundsätzlich beim Unternehmen als Verantwortlichem.

Das ist insbesondere für international organisierte Pharmaunternehmen relevant. Werden Personendaten ausserhalb der Schweiz verarbeitet oder gespeichert, muss geprüft werden, ob die Voraussetzungen für eine grenzüberschreitende Datenübermittlung erfüllt sind. Je nach Zielland können dafür beispielsweise Angemessenheitsentscheidungen oder geeignete Garantien erforderlich sein.

Für die SAP-Architektur sollten deshalb bereits vor der Auswahl eines Cloud-Modells Fragen zu Datenkategorien, Speicher- und Verarbeitungsorten, Subprozessoren, Zugriffsrechten und internationalen Datenflüssen geklärt werden.

Globale Templates und Schweizer Anforderungen

Viele Pharmaunternehmen arbeiten mit globalen SAP-Templates. Die Schweizer Organisation muss dann in eine bestehende globale Prozess- und Systemarchitektur integriert werden.

Dabei können unterschiedliche Anforderungen aufeinandertreffen:

  • globale Prozess- und Datenstandards
  • lokale organisatorische und geschäftliche Anforderungen
  • unterschiedliche Sprachen und Länderorganisationen
  • bestehende lokale Systeme und Schnittstellen
  • zentrale Vorgaben für Compliance, Security und IT-Governance

Eine erfolgreiche SAP-Implementierung Pharma Schweiz sollte deshalb früh zwischen globalem Standard und tatsächlich notwendiger lokaler Anpassung unterscheiden. Ziel ist nicht möglichst viel Lokalisierung, sondern eine tragfähige Balance zwischen Standardisierung und den Anforderungen der Schweizer Organisation.

Basel als wichtiger Life-Sciences-Standort

Für Unternehmen mit Standorten im Raum Basel kann zudem die Einbindung in eine international ausgerichtete Life-Sciences-Organisation relevant sein. SAP-Projekte betreffen dort häufig nicht nur einen einzelnen Schweizer Standort, sondern müssen mit globalen Produktions-, Forschungs-, Supply-Chain- und IT-Strukturen zusammenspielen.

Das erhöht die Bedeutung einer SAP-Architektur, die lokale Anforderungen berücksichtigt, ohne unnötige Abweichungen vom globalen Template zu schaffen.

Was bedeutet das für die SAP-Beratung?

Ein geeigneter SAP-Partner für Life Sciences in Basel oder der Schweiz sollte deshalb nicht nur die SAP-Technologie betrachten. Sinnvoll ist eine Beratung, die folgende Ebenen gemeinsam bewertet:

Regulierung → Geschäftsprozesse → SAP-Systeme → Daten → Schnittstellen → Rollen und Kontrollen → globales Template

So lässt sich vermeiden, dass regulatorische, organisatorische oder lokale Anforderungen erst spät im Projekt sichtbar werden und dadurch Architektur, Tests oder Go-live-Planung beeinflussen.

Wie wählen Pharmaunternehmen den richtigen SAP-Partner?

Die Wahl eines SAP-Partners für Pharmaunternehmen in der Schweiz sollte nicht allein anhand von SAP-Zertifizierungen, Produktkenntnissen oder einem bekannten Unternehmensnamen erfolgen. Entscheidend ist, ob der Partner die fachlichen, technologischen und organisatorischen Anforderungen des konkreten Projekts abdecken kann.

SAP selbst verweist bei der Partnersuche auf Kompetenz und Spezialisierung als Kriterien für die Bewertung von Partnern. Für Pharmaunternehmen sollten diese Kriterien um branchenspezifische und regulatorische Anforderungen ergänzt werden.

Zehn Kriterien für die Partnerauswahl

1. Pharma- und Life-Sciences-Erfahrung
Kann der Partner relevante Pharma-Prozesse nachvollziehbar abdecken – beispielsweise Produktion, Qualität, Chargen, Supply Chain und Rückverfolgbarkeit?

2. SAP-S/4HANA-Kompetenz
Welche Erfahrung besteht mit Implementierungen, Migrationen und unterschiedlichen Transformationsansätzen?

3. Verständnis für GxP und Validierung
Kann der Partner erklären, wie Risikoanalyse, Anforderungen, Testing, Dokumentation, Change Control und Datenintegrität in das SAP-Projekt integriert werden?

4. Integrationskompetenz
Kann der Partner SAP mit MES, LIMS, DMS, CRM und weiteren Bestandssystemen verbinden und die Schnittstellen in die Gesamtarchitektur einordnen?

5. Datenmigration und Stammdaten
Wie werden Datenqualität, Migration, Stammdaten-Governance und relevante Datenflüsse behandelt?

6. Supply-Chain-Kompetenz
Sind neben ERP auch Themen wie EWM, Planung, Transport, Chargenmanagement und Traceability abgedeckt?

7. Testing und Go-live
Gibt es einen strukturierten Ansatz für Integrationstests, Migrationstests, User Acceptance Testing, Cutover und Hypercare?

8. Globale SAP-Rollouts
Kann der Partner mit globalen Templates, internationalen Organisationen und lokalen Anforderungen umgehen?

9. Betrieb und Weiterentwicklung
Welche Unterstützung gibt es nach dem Go-live – beispielsweise SAP Support, AMS, Monitoring, Change Management und kontinuierliche Optimierung?

10. Nachweisbare Referenzen und Delivery-Modell
Sind vergleichbare Projekte, relevante Kompetenzen und ein klares Projekt- und Supportmodell nachvollziehbar? SAP nennt unter anderem nachgewiesene Industriekompetenz, Implementierungs- und Supporterfahrung sowie Referenzen als Bestandteile seiner Anforderungen an Servicepartner.

Welche Fragen sollten Unternehmen im Auswahlprozess stellen?

Vor einer Entscheidung kann ein Pharmaunternehmen potenzielle Partner beispielsweise fragen:

  • Welche vergleichbaren SAP-Projekte in Pharma oder Life Sciences können Sie nachweisen?
  • Welche SAP-Komponenten würden Sie für unsere Zielarchitektur vorschlagen – und warum?
  • Wie unterscheiden Sie GxP-relevante von nicht relevanten Prozessen?
  • Wie integrieren Sie Validierung und Testing in die Projektmethodik?
  • Wie gehen Sie mit bestehenden Eigenentwicklungen und Schnittstellen um?
  • Welche Rolle spielen SAP BTP und ein Clean-Core-Ansatz in Ihrer Architektur?
  • Wie organisieren Sie Datenmigration und Datenqualität?
  • Wie sieht das Betriebs- und Supportmodell nach dem Go-live aus?
  • Welche Projektrollen werden konkret mit welchen Kompetenzen besetzt?
  • Welche Annahmen und Abhängigkeiten sollten wir vor Projektstart klären?

Gerade bei regulierten Projekten sollte ein Anbieter seine Vorgehensweise nicht nur allgemein beschreiben, sondern anhand konkreter Deliverables, Verantwortlichkeiten und Entscheidungsprozesse erläutern können.

Nicht nur den Implementierungspartner bewerten

Ein SAP-Projekt endet nicht mit dem Go-live. Deshalb sollte bereits bei der Ausschreibung geklärt werden, wie Implementierung, Validierung, Übergabe und laufender Betrieb zusammenpassen.

Ein möglicher Auswahlprozess umfasst:

Anforderungen definieren → Longlist erstellen → Kompetenzen prüfen → Referenzen bewerten → Workshops durchführen → Lösungsansätze vergleichen → Delivery-Modell prüfen → Angebot bewerten → Partner auswählen

Für ein Pharmaunternehmen kann es zudem sinnvoll sein, Fachbereiche, IT, Quality, Regulatory, Supply Chain und Procurement frühzeitig in die Bewertung einzubeziehen. So wird vermieden, dass die Partnerauswahl ausschliesslich aus Sicht von IT oder Einkauf erfolgt.

Der passende SAP-Partner ist damit nicht automatisch der Anbieter mit dem grössten Leistungsportfolio. Entscheidend ist die nachweisbare Passung zwischen Projektanforderungen, Branchenkompetenz, SAP-Technologie, regulatorischem Verständnis und langfristigem Betriebsmodell.

Checkliste für ein SAP-Pharma-Projekt in der Schweiz

Ein SAP-Projekt in der Pharmaindustrie sollte technische, fachliche und regulatorische Anforderungen von Beginn an gemeinsam betrachten. Die folgende Checkliste kann als Ausgangspunkt für die Planung einer SAP-Transformation in der Schweiz dienen.

1. Strategie und Zielbild

  • Welche Geschäftsziele soll die SAP-Transformation unterstützen?
  • Welche Prozesse sollen standardisiert, optimiert oder neu gestaltet werden?
  • Ist eine Migration nach SAP S/4HANA, eine Neuimplementierung oder eine selektive Transformation vorgesehen?
  • Welche Systeme bleiben bestehen?
  • Wie sieht die zukünftige SAP- und Integrationsarchitektur aus?

2. Prozesse und Fachbereiche

  • Welche Prozesse sind für Produktion, Qualität und Supply Chain besonders kritisch?
  • Welche Funktionen werden in SAP und welche in spezialisierten Systemen abgebildet?
  • Wo bestehen Medienbrüche oder manuelle Arbeitsschritte?
  • Welche Prozesse sind GxP-relevant?
  • Welche lokalen Anforderungen müssen gegenüber einem globalen Template berücksichtigt werden?

3. Technologie und Integration

  • Welche SAP-Produkte und Komponenten werden benötigt?
  • Wie werden MES, LIMS, DMS, CRM und weitere Systeme integriert?
  • Welche Rolle übernimmt SAP BTP?
  • Wie werden Schnittstellen überwacht und Änderungen kontrolliert?
  • Wie wird der Clean-Core-Ansatz umgesetzt?

4. Daten und Migration

  • Welche Stamm- und Bewegungsdaten werden migriert?
  • Wie wird die Datenqualität vor der Migration geprüft?
  • Welche Daten müssen archiviert oder bereinigt werden?
  • Welche Systeme sind für bestimmte Daten führend?
  • Wie werden relevante Datenmigrationen getestet und dokumentiert?

5. Compliance und Validierung

  • Welche Systemfunktionen unterstützen GxP-relevante Prozesse?
  • Welche Anforderungen ergeben sich aus dem vorgesehenen Verwendungszweck?
  • Wie werden Risikoanalyse und Validierungsstrategie aufgebaut?
  • Welche Anforderungen gelten für Audit Trails, Berechtigungen und Datenintegrität?
  • Wie werden Änderungen, Abweichungen und Freigaben kontrolliert?

6. Organisation und Betrieb

  • Wer trägt die fachliche und technische Verantwortung?
  • Welche Rollen benötigen spezielle SAP- oder Branchenkenntnisse?
  • Wie werden Key User und Fachbereiche eingebunden?
  • Wie werden Testing, Schulung und Change Management organisiert?
  • Wie sieht das Support- und AMS-Modell nach dem Go-live aus?

Kompakte Projekt-Checkliste

Dimension Zentrale Frage
Strategie Ist das Zielbild der SAP-Landschaft definiert?
Prozesse Sind kritische Pharma-Prozesse dokumentiert?
GxP Sind relevante Prozesse und Funktionen identifiziert?
Validierung Ist ein risikobasierter Validierungsansatz vorgesehen?
Daten Sind Datenqualität und Migration geplant?
Integration Sind alle relevanten Schnittstellen erfasst?
Supply Chain Sind Planung, Lager, Transport und Traceability berücksichtigt?
Schweiz Sind lokale und globale Anforderungen abgeglichen?
Organisation Sind Verantwortlichkeiten und Projektrollen definiert?
Betrieb Ist Support nach dem Go-live eingeplant?

Je früher diese Fragen beantwortet werden, desto besser lassen sich Architektur, Projektumfang, Aufwand und Verantwortlichkeiten eingrenzen. Die Checkliste ersetzt dabei keine projektspezifische Analyse, bietet aber eine strukturierte Grundlage für Workshops, RFPs und die Auswahl eines SAP-Partners für Pharma in der Schweiz.

Wie LeverX Pharmaunternehmen unterstützen kann

Eine SAP-Transformation in Pharma und Life Sciences erfordert das Zusammenspiel von Geschäftsprozessen, SAP-Technologie, Daten, Integration und regulatorischen Anforderungen. Für Schweizer Unternehmen kommen zusätzlich lokale Rahmenbedingungen, globale SAP-Templates und die Anforderungen internationaler Organisationen hinzu.

LeverX unterstützt Unternehmen bei der Planung und Umsetzung von SAP-Transformationen – von der SAP-Beratung und S/4HANA-Transformation über Integration und Datenmanagement bis hin zu Supply-Chain-Lösungen und SAP-Support. Dabei können je nach Projektanforderung Technologien wie SAP S/4HANA, SAP BTP, SAP EWM und SAP Ariba Bestandteil der Zielarchitektur sein.

Für Pharma- und Life-Sciences-Unternehmen ist insbesondere die Verbindung dieser Bausteine relevant: Prozesse müssen effizient gestaltet, Systeme integriert und Daten konsistent verwaltet werden. Bei GxP-relevanten Szenarien sollten zudem Validierung, Testing, Datenintegrität und kontrollierte Änderungen frühzeitig in die Projektplanung einbezogen werden.

Der konkrete Ansatz hängt dabei immer von der bestehenden Systemlandschaft, den Geschäftsprozessen und den Transformationszielen des jeweiligen Unternehmens ab. Ein strukturiertes Assessment kann deshalb ein sinnvoller erster Schritt sein, um Ausgangslage, Zielbild und nächste Schritte zu definieren.

Sie fragen sich, wie Sie Ihre SAP-Transformation am besten starten?

SAP-Assessment mit LeverX besprechen

https://leverx.com/de-ch/blog/sap-beratung-f%C3%BCr-pharma-und-life-sciences-in-der-schweiz
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